Klangvolle Jubilare

Ulrichsbasilika Konzert ehrt die Fuggerorgel

Vor einem Jahr feierte die Fuggerorgel in der Basilika St. Ulrich und Afra das 25-jährige Jubiläum ihres vom Dillinger Orgelbauer Hubert Sandtner geschaffenen Orgelwerkes. Heuer vor 400 Jahren hat der Augsburger Orgelbauer Marx Günzer das Instrument auf der neu errichteten Westempore mit neuem Gehäuse aufgestellt und erweitert.

Zur Eröffnung der Konzertreihe „400 Jahre Fuggerorgel“ wählte Kirchenmusiker Peter Bader einen weiteren Jubilar: den 1908 geborenen Franzosen Olivier Messiaen, einer der wichtigsten Orgelkomponisten des 20. Jahrhunderts. Seine Orgelzyklen L’Ascension (Christi Himmelfahrt) und Messe de Pentecôte (Pfingstmesse) flossen in Teilen in das Programm des ersten Jubiläumskonzertes ein. Ihnen gegenüber gestellt waren Gregorianisches Choräle und frühe Mehrstimmigkeit für Christi Himmelfahrt und Pfingsten.
Expressionistisch und impulsiv gestalteten sich die Interpretationen der Organistin Andrea Kumpe aus „L’Ascension“, einem dem Expressionismus verhafteten, frühen Werk Messiaens von 1932. Fast 20 Jahre später war die Messe de Pentecôte entstanden deren Orgelwerke Peter Baders Interpretation zu fein ziseliertem leben in zeitgenössischem Gestus erwachten.
Im steten Wechsel, gleich Inseln der Ruhe im aufbrausenden tonalen Meer Messiaens, schwangen sich intonationsrein die authentisch ausgelegten Choräle und polyphonen Sätze des Vokalensembles Celsitonantes unter Leitung von Hans Ganser. Wie wundervoll das Kreuzschiff den betörenden Wohlklang des Ensembles aufnahm und weitertrug, hinauf in den Obergaden, und weiter, als solle es nimmermehr enden, war eine wahre Freude. Die Basilika als tonaler Raum war wie geschaffen für den perfekten Stimmapparat, den das Ensemble Celsitonantes erneut darstellte. (eric)
Augsburger Allgemeine, 14.05.2008