Die neue Orgel von St. Elisabeth/Augsburg

„Die Orgel lässt schon jetzt auf Erden durch das Dunkel hindurch das Himmlische Jerusalem erahnen.“

So beschreibt der Künstler Andreas d’Orfey sein farbiges Orgelprospekt mit schräg stehenden Holzpfeifen. Ein ganz bewusstes Farbenspiel, gleich der Klangfarben der sorgfältig gebauten und schön intonierten Orgel von Siegfried Schmid.

Die Orgel ist ein Blickfang, wenn man die Elisabethkirche (letztes Werk des süddeutschen Kirchenbauers Prof. Michael Kurz) betritt. Als Inspirationsquelle für das Orgelprospekt diente eine Konzertorgel in Los Angeles. Der Künstler hat über die Farbgebung hinaus die Orgelpfeifen auch mit Texten und Symbolen versehen, so dass „die Orgel selbst zum Gebet wird“. Die Orgel ist ein Kunstwerk des 21. Jahrhunderts, das alten und neuen Zeitgeist in sich vereinigt. Es gibt viel zu entdecken, eine Orgelführung und viel Zeit zum Entdecken und Begreifen dieses Kunstwerks ist lohnenswert.

Im Rahmen des Elisabether Orgelfrühlings hatte ich am 6. Juni 2010 die Möglichkeit, die Orgel zu spielen. Es war ein tolles Erlebnis, denn sie bietet ein gutes Spielgefühl und zahlreiche schön intonierte Klangfarben. Es ist aber auch ein Erlebnis, die Orgel im Kirchenraum zu hören. Dem Orgelbauer ist es gelungen, die Akustik der Elisabethkirche zum wahren Kathedralklang entwickeln zu lassen.

Ein paar Eckdaten:
Die Orgel wurde am 26. Oktober 2008 eingeweiht. Sie hat 39 Register, verteilt auf zwei Manualen und Pedal sowie ein frei ankoppelbares Koppelmanual. Die Spieltraktur ist mechanisch, die Registertraktur elektrisch mit elektronischer Setzeranlage.

Besonders beeindruckend ist die hervorragende Schwellwirkung. Die Orgel ermöglicht dadurch ein feinstes Pianissimo bis hin zum fesselnden Fortissimo.