Kleiner Orgel große Töne entlockt

Konzert Andrea Kumpe spielte in Sessenhausen
von Hans-Peter Metternich

Sessenhausen. Es war ein orgelmusikalisches Kleinod, was die Zuhörer in der katholischen Pfarrkirche St. Josef in Sessenhausen am Sonntagabend erleben durften. Die renommierte Musikerin Andrea Kumpe aus Freiburg spielte auf der 2006 erbauten Eisenbarth-Orgel, deren Klang perfekt auf die Gegebenheiten des Gotteshauses abgestimmt ist.

„Dieses kleine, aber sehr feine Instrument, das in seiner Konzeption passgenau auf die Räumlichkeiten, dem architektonisch Machbaren und dem Budget der Pfarrgemeinde entspricht, hat eine äußerst interessante Disposition“, stellte die Organistin, die unter anderem in Freiburg gleich vier Orgeln mit über 200 Registern zum Klingen bringt, anerkennend fest. Durch dieses musikalische Konzept ist das relativ kleine Instrument schnell zu einem Anziehungspunkt für die Kirchenmusik in der diesjährigen Schwerpunktregion der Orgelfestwochen des Kultursommers Rheinland-Pfalz, dem Westerwald, geworden.

Joachim Menningen aus Hachenburg, Organist am Kirchenort Sessenhausen, hat das Konzert mit der Pfarrgemeinde St. Anna Herschbach organisiert. „Schön, dass Sie hier sind und einer Königen - einer Königen der Instrumente - lauschen möchten“, freute sich Pastoralreferent Matthias Scherer bei der Begrüßung der Konzertgäste. Die Orgel in Sessenhausen sei wegen ihrer Größe eher eine Prinzessin, meinte er, aber auch diese Orgel drücke Empfindungen aus. Empfindungen, die die Herzen in besonderer Weise zu Gott hinführten. Scherer nannte Andrea Kumpe, die sich nicht nur als Interpretin, sondern auch durch ständige Veröffentlichungen viel beachteter Werke zum Thema „Pädagogik des Orgelspiels“ einen Namen gemacht hat, eine „Könnerin des Orgelspiels“. Andrea Kumpe zeigte mehr als bloßes Können. Sie zelebrierte in Sessenhausen in brillanter Weise Werde von Charles Marie Widor, Johann Sebastian Bach, Georg Muffat, César Franck und Felix Mendelssohn Bartholdy, die der kleinen, aber hervorragend symphonisch disponierten Orgel quasi auf dem Leib geschrieben worden sein könnten.

Matthias Scherer hatte eingangs Unterhaltung im besten Sinne des Wortes versprochen. Was den Zuhörern in St. Josef zu Sessenhausen geboten wurde, das war weit mehr als nur musikalische Unterhaltung, das war orgelmusikalisches Gotteslob in Töne gemeißelt. Die Organistin Andrea Kumpe hat in Sessenhausen ein bemerkenswertes Orgelkonzert in vollkommener Weise zum Klingen gebracht.

Lokal Anzeiger, 22.06.2012