Hochkarätiger Abend mit Augsburger Professorin


Viel Beifall für Andrea Kumpe in Herz Jesu

Der „Etlicher Orgelfrühling“ läuft, und innerhalb dieser Reihe kam am Sonntag die renommierte Organistin Andrea Kumpe in die Herz-Jesu-Kirche. Sie studierte in Augsburg, Freiburg und Leipzig. Nach einem Engagement als Lehrbeauftragte an der Freiburger Musikhochschule folgte eine Anstellung als Professorin am Augsburger Leopold-Mozart-Zentrum.

Mit dem Präludium und der Fuge in e-Moll des Barockmeisters Johann Sebastian Bach wurde der Abend festlich eingeleitet. Den großen Klang der Plenum-Registrierung mit scharfen Mixturen konnte man beim Präludium erleben. In der Fuge folgte nach einem chromatischen Thema mit komplexer Polyphonie ein bewegter Mittelteil mit virtuosem Laufwerk.

Bach auf der Matz & Luge Orgel

Der Organistin Andrea Kumpe gelang eine stilistisch adäquate und technisch souveräne Interpretation des vielschichtigen Werkes. Mit deutlicher Artikulation erreichte sie die nötige Transparenz in der nachhallenden Kirchenakustik. Das stimmungsvolle „Largo“ aus Bachs „Triosonate in c-Moll“ registrierte die Künstlerin mit weichen Gedacht-Registern in Verbindung mit hellen Flöten.
Die musikalische Reise in weiter in das 19. Jahrhundert mit den „Variations sérieuses“ des Romantikers Felix Mendelssohn Bartholdy in einer Bearbeitung für Orgel von Martin Schmeding. Es war ein interessantes Erlebnis, dieses bekannte Klavierwerk als Orgel-Arrangement zu hören. Da ja Mendelssohn selbst auch für die Orgel komponiert hatte, war die Idee einer Bearbeitung nicht abwegig.
Nach einem weich klingenden melancholischen Thema folgte eine Vielzahl von Variationen, die Andrea Kumpe mit viel Klangfantasie registrierte. Der „Tremulant“, also das Orgel-Vibrato, kam bei der stimmungsvollen Dur-Variation zum Einsatz. Prachtvolle virtuose Steigerungen gab es beim Finale.
Mit französischer Romantik klang der hochkarätige Orgelabend aus. Dei wertvolle Matz & Luge Orgel ist ja bekannt durch ihre Vielfalt von Registern, und somit bestens geeignet für große französische Werke, was die Organistin Andrea Kumpe mit ihren klangfarbenreichen Interpretationen überzeugend unter Beweis stellte.
Mit der „Cantilene“ und dem „Final“ präsentierte sie Teile aus der dritten Orgel-Symphonie von Louis Vierne. Die große Klangvielfalt, von den zarten Tönen der Gedackt-Register bis hin zum bombastischen Tutti-Klang, konnte man auch beim „Pièce héroique“ von César Franck erleben. Es gab reichlich Applaus, woraufhin eine Zugabe folgte.
LA (BNN)