Facetten des Advents

Obermaiselstein (ros).
Der Advent ist schon was Besonderes. Endlich ist die Zeit der düsteren Novembertage vorbei und Straßen und Häuser leuchten mit unzähligen Lichtern dem Weihnachtsfest entgegen. So hatte sich auch die Obermaiselsteiner Pfarrkirche St. Ulrich mit einem wahren Meer aus Kerzen geschmückt, das mit der schönen klaren Architektur des Gotteshauses ein stimmungsvolles Ambiente für ein Adventskonzert schuf. Eine kleine Weile des Atemholens, der Besinnung und der Vorfreude war angesagt – und dazu hatten die Obermaiselsteiner Organisatoren unter Federführung von Gabi Vogler recht vielfältige vokale und instrumentale Wegbegleiter gewonnen. Festlich eingestimmt durch die Organistin Andrea Kumpe (die auch im weiteren Verlauf des Abends mit einem Orgel-Solo faszinierte) bot das „Canticum novum“ einen vokalen Willkommensgruß,
nach dem sich Gabi Vogler einige – etwas andere – Gedanken zum Advent machte. Während sich die Chöre (Canticum novum und Kirchenchor) nebst Obermaiselsteiner Hausmusik und den „Maiselstuiner Fehla“ im Altarraum platziert hatten, sorgten die „Weisenbläser“ für phonstarke Überraschung von „hoch droben“ – sprich von der Empore. So waren sie zwar (wie die jugendlichen „Wegzeichen“, die mit ihren glockenhellen Stimmen und internationalen Adventshymnen für Furore sorgten) zwar fürs Publikum leider unsichtbar, aber akustisch überaus präsent und konzertant dominant. Der Wechsel zwischen inniger Kirchen- und heimeliger Stubenmusik, zwischen nachdenklichen Texten (unter anderem in Mundart von Doris Mück) und den frisch-fröhlich intonierten Rhythmen der Maiselstuiner Fehla ließen dieses Adventskonzert zum stimmungsvollen Auftakt in die geheimnisvolle stade Zeit werden.

Allgäuer Anzeigeblatt, 02.12.2004